Nicolas Party, Face to Face, 2018, Courtesy the artist and Hauser & Wirth; Foto: Isabelle Arthuis
Die Ausflüge des Herrn Brouček
Leoš Janáček
Zum Stück
Matěj Brouček will eigentlich nur eines: seine Ruhe. Die Welt da draußen ist ihm zu laut, zu kompliziert, zu anstrengend. Doch das Leben hat anderes mit ihm vor. Rücksichtslos wird er aus seiner Komfortzone gerissen – erst wird er auf den Mond, dann zurück ins Prag des 15. Jahrhunderts katapultiert, ein wilder, surrealer Trip durch groteske Gesellschaften, skurrile Prüfungen und eine Vergangenheit, die ihm fremd erscheint.
Leoš Janáček schuf mit Die Ausflüge des Herrn Brouček eine Oper von beißender Komik und absurdem Witz – eine schonungslose Satire auf bürgerliche Selbstzufriedenheit, moralische Trägheit und die ewige menschliche Unfähigkeit, aus der Geschichte zu lernen. Doch Janáčeks Kritik ist niemals zynisch. Wie Mozart begegnet er den Menschen mit feiner Ironie und großer Empathie. Mit virtuoser Leichtigkeit sowie einer farb- und nuancenreichen Tonsprache balanciert er zwischen Ironie und Ernst, Walzerseligkeit und Pathos – und verleiht seiner Musik dabei eine zutiefst menschliche Dimension.
Oper in zwei Teilen (1920, rev. 1926)
Teil I: Der Ausflug des Herrn Brouček zum Mond Libretto von Leoš Janáček nach dem Roman Pravý výlet pana Broučka do Měsíce von Svatopluk Čech unter Mitarbeit von Karel Mašek, Zykmund Janke, František Gellner, Viktor Dyk und František Serafínský Procházka
Teil II: Der Ausflug des Herrn Brouček in das 15. Jahrhundert Libretto von Leoš Janáček nach dem Roman Nový epochální výlet pana Broučka, tentokráte do XV. století von Svatopluk Čech unter Mitarbeit von František Serafínský Procházka
In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln